PS-Beschränkung für Neulenker:innen
Abstimmungsfrage
Soll es eine PS-Beschränkung für Neulenker:innen geben?
Schwere Verkehrsdelikte wie extreme Tempoüberschreitungen oder besonders riskante Fahrmanöver werden häufig von jungen Autofahrer:innen begangen. Dieses Fehlverhalten führt dazu, dass Junglenkende in den Unfallstatistiken mit einem deutlich erhöhten Risiko auffallen. Zwischen 2020 und 2024 verursachten PW-Lenkende im Alter von 18 bis 24 Jahren mit einem Probe-Führerausweis und einem Auto mit einer Leistung von über 110 kW 4% der 6’782 Unfälle mit Getöteten oder Schwerverletzten.
Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) sieht mehrere Gründe: Zum einen fehlt jungen Fahrenden die Routine, zum anderen neigen sie zu Selbstüberschätzung und riskanterem Verhalten. Wenn dann noch leistungsstarke Autos mit mehr Kraft und Geschwindigkeit hinzukommen, steigt die Gefahr weiter. Der vereinfachte Zugang zu solchen Fahrzeugen durch flexible Finanzierungs- und Mietangebote kann dazu führen, dass auch Personen mit wenig Fahrpraxis leistungsstarke Wagen steuern. Für Motorräder gibt es bereits heute eine Leistungsbegrenzung für Junglenker:innen. Nun wird eine ähnliche Beschränkung auch für Autofahrende vorgeschlagen.
Der Bundesrat misst der Verkehrssicherheit grosse Bedeutung bei. Als Hauptunfallursachen bei Neulenker:innen werden Unaufmerksamkeit und Ablenkung, überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit sowie Alkoholkonsum genannt. Hinzu kommen mangelnde Erfahrung und eine höhere Risikobereitschaft. Die Motorleistung der Fahrzeuge spielt bei Unfällen von Neulenker:innen dagegen kaum eine Rolle, weshalb der Bundesrat eine Beschränkung der PS-Zahl für Neulenker ablehnt. Auch die bfu untersuchte die Massnahme "Beschränkung der Motorisierung" im Bericht "Sicherheit von jungen Erwachsenen im Strassenverkehr" und kam zum Schluss, dass eine PS-Begrenzung nur geringe positive Effekte hätte – geschätzt zwischen 0,4% und 2,5% weniger Unfälle.
Andere europäische Länder haben trotzdem schon länger Leistungsbeschränkungen für Fahranfängerinnen und Fahranfänger: In Italien dürfen Neulenkende im ersten Jahr nur Autos bis maximal 55 kW (75 PS) fahren. In Kroatien gilt für Personen unter 25 Jahren eine Grenze von 75 kW bzw. 102 PS.
Diese Abstimmung basiert auf der Motion 20.3599 (parlament.ch) und wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz umformuliert.
Pro-Argumente
- Das Unfallrisiko steigt bei PS-starken Autos, insbesondere bei Neulenker:innen.
- Andere europäische Länder, etwa Italien und Kroatien, kennen deshalb schon seit längerem Leistungsbegrenzungen für Neulenker:innen.
- Eine Leistungsbegrenzung für Junglenker:innen existiert für das Lenken von Motorrädern bereits heute.
Kontra-Argumente
- Aufgrund tiefen Unfallzahlen von Neulenker:innen mit leistungsstarken Autos, ist die PS-Beschränkung zur Erhöhung der Verkehrssicherheit nicht geeignet.
- Die Motorleistung spielt bei Unfällen kaum eine Rolle.
- Die meisten Autovermieter regeln bereits heute den Zugang zu leistungsstarken Fahrzeugen für Junglenkende restriktiv.
Abstimmungsfrage: Soll es eine PS-Beschränkung für Neulenker:innen geben?
Argumente
Pro
-
Ja, es soll eine PS-Beschränkung für Neulenker:innen geben.
-
Ja, aber die PS-Beschränkung soll nur für gemietete und geleaste Fahrzeuge bei Neulenker:innen gelten.
Kontra
-
Nein, es soll auch weiterhin keine PS-Beschränkung für Neulenker:innen geben.